Exponate
I.: Homer, Sokrates, Platon, Aristoteles, Alexander der Große, Demetrios Poliorketes, Chrysipp, Poseidonius, Cicero, Caesar, Augustus , Tiberius, Caligula, Claudius, Seneca, Nero, Vespasian, Titus, Domitian, Trajan, Hadrian, Antinoos, Antonius Pius, Marc Aurel, Ptolemaeus I, Julia Domna, Septimius Severus, Caracalla, Alexander Severus, Philippus Arabs, Friedrich II, Luther, Melanchthon, Goethe, Schiller
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HomerEnde des 8. Jhs. v.Chr. in Kleinasien lebender griechischer Dichter, dessen Epen Ilias und Odyssee auf bis ins zweite Jahrtausend zurückreichende Überlieferungen fußen.
Drei Schicksalsgöttinnen gab es im Mythos homerischer Zeit: Klotho spinnt den Lebensfaden, Lachesis teilt ihn zu und Athropos schneidet ihn ab. Diesen weiblichen Göttinnen ist es gegeben, in jedes Leben einzugreifen. Die bei den babylonischen Priestern übliche Himmelsbeobachtung mit ihren Voraussagen bezüglich Wetter und Ernte war kollektiver Natur. Individuelle Voraussagen bezogen sich nur auf den König als Repräsentant des Volkes, sollten ihm helfen, die Zeichen des Himmels (Omnia) richtig zu deuten oder den richtigen Zeitpunkt zu wählen z.B. für Staatsbeschlüsse und die Abwendung von äußeren Gefahren. Homer beschrieb (Ilias XVIII 486ff.) ferner die Furcht der Babylonier vor dem Stern Sirius, dessen Zeichen den unglücklichen Menschen viel Fieberglut bringe.
Persönliche Geburtshoroskope, die u.a. einen Ring von Tierkreiszeichen (Zodiacus) voraussetzen, der an festen Gradzahlen des Himmeläquators orientiert ist, gab es damals noch nicht. Jedoch begann man um 745 v.Chr. mit akkuraten und regelmäßigen Aufzeichnungen von Sonnen- und Mondfinsternissen, die bis in die hellenistische Zeit nach den Feldzügen Alexander des Großen reichen.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 346
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-44/60, Stemmer 1988-M1/SK21, sowie Robert
Hands Homepage www.ProjectHindsight-TGH.com
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SokratesGriechischer Philosoph (469 - 399 v.Chr.)
Sokrates, mit Xanthippe verheiratet und wegen
angeblicher Gottlosigkeit vom Athener Senat zum Tode verurteilt
(Schierlingsbecher), entwickelte die Methode des ruhelosen Fragens, neigte zur
Mantik, gleichnishaftem Denken. Er pflegte seine Sehergabe für prophetische
Aussagen und folgte seinem "Daimon" d.h. seiner inneren
Bestimmung.
Laut Aristoteles soll ein Chaldäer mittels Horoskop den Tod des Sokrates
vorausgesagt haben. Die Bezeichnung "Chaldäer" ging auf den
Ursprung der Gestirnbeobachtung und -deutung bei babylonischen
Priester-Astronomen zurück, war aber bereits zu Sokrates Zeiten ein Synonym
für des Beruf des Astrologen schlechthin.
Van der Waerden datiert die Phase der Entstehung eines präzisen, siderischen Tierkreises auf 640-450 v.Chr. Es gibt noch keine persönlichen Horoskope, jedoch wird den Transiten, d.h. den Planetenbewegungen des Jupiter mit der Geschwindigkeit von einem Zeichen pro Jahr große Bedeutung zugemessen. Von daher stammt auch die chinesische Praxis, jedem Jahr ein Tierkreiszeichen zuzuweisen. Das älteste in Keilschrift verfasste Horoskop ist lt. A. Sachs in der Zeit des Sokrates entstanden, auf den 29. April 410 v.Chr. zu datieren.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, V658 D33
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-65, Stemmer 1988-M3, sowie Robert Hands Artikel März 1996 in
www.astrologix.de
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PlatonDer griechische Philosoph (427 - 347 v.Chr.) war ein Schüler des Sokrates. Aus einem der vornehmsten Geschlechter Athens stammend unternahm er weite Reisen.
Das Universum kann nach Ansicht Platon nur Abbild des Guten sein, identisch mit dem Vollkommenen und folglich einzigartig. Aus diesem Grunde sei es auch kugelförmig aufgebaut. In der Anordnung der sieben Planeten, entsprechend der Gesetze der musikalischen Oktave, orientiert er sich an den Vorstellungen des Pythagoras. Die Idee der Sphärenharmonie griff Kepler Ende des 16. Jahrhunderts wieder auf.
Zum platonischen Universum gehört neben der Ideenwelt auch die Weltseele. Von gleicher Natur sei die menschliche Seele. Von daher stehe die Harmonie des Kosmos in innerer Resonanz mit der Harmonie des Menschen. Der göttliche Bestandteil der Seele, das Ewige in ihr, kehrt nach dem Tod ihres Trägers in der Zustand seliger Ruhe zurück - in den Himmelskreis der Fixsterne.
Philipp von Opus, ein Schüler von Platon, erwähnte erstmalig die Namen der Planetengötter: Saturn hieß "Stern des Kronos", Jupiter "Stern des Zeus", Mars "Stern des Ares", Merkur "Stern des Hermes". Der Mond wurde abwechselnd den Göttinnen Selene, Artemis, Hera, Persephone und Hekate zugeordnet. Die Sonne hieß "Stern des Helios und des Apoll, der alles an der Tag bringt".
Das Platonische Jahr (auch Großes Jahr) bezeichnet einen Zeitraum von rund 25.800 Jahren, in dem die Erdachse einen vollem Umlauf um dem Pol der Ekliptik (Himmelskreis) vollzieht. Dieses als Präzession bezeichnete astronomische Phänomen wurde erst 150 v. Chr. von Hipparch entdeckt. das Große Jahr also posthum nach Platon genannt.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, V 621
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-72, Knappich 1988-47, Stemmer 1988-M8
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AristotelesDer griechische Philosoph (384 - 322 v.Chr.) war Schüler Platons und Lehrer des späteren Feldherrn Alexander der Große.
In seiner Schriftensammlung "Vom Himmel" leitet Aristoteles aus dem Begriff der Bewegung ein ganzes Weltbild ab. Die Planeten wandern auf vollkommenen, unaufhörlichen, in sich selbst geschlossenen und gleichmäßigen Bahnen in einer kugelförmigen Welt. Am vollkommensten ist die äußere Welt der Fixsterne. Dann kommen die Bahnen der Planeten, dann die Erde selbst. Primum mobile, der unbewegte Beweger göttlichen Ursprungs, bringt von ganz außen den himmlischen Mechanismus in Gang.
Die Denkweise des Aristoteles wurde später vom Christentum aufgenommen und bestimmte noch in der frühen Neuzeit kosmologische und astrologische Auffassungen in der katholischen Kirche: Astra reget homines sed astra reget deus - Die Sterne regieren den Menschen, aber Gott regiert die Sterne.
Die moderne Astrologie des ausgehenden 20. Jahrhunderts orientiert sich u.a. an den vier aristotelischen Begriffen der Causae, den stofflichen, emotionalen, geistigen und final erwirkten Urgründe des Seins.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, V 665
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-73f, Hoppmann 1997-36 und 1998-8
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Alexander der GroßeDie weitreichenden Eroberungen des vom Philosophen Aristoteles erzogenen makedonischen Königs (356 - 323 v.Chr.) führten zu einem Austausch astrologischen Gedankengutes von Griechenland über Ägypten und das Perserreich bis nach Indien.
Innerhalb kürzester Zeit eroberte dieser junge Held mit seinen Truppen ganz Vorderasien, Nordägypten und das Persische Reich, kam sogar bis in die Gegend des heutigen Pakistan an die Grenze Indiens. Überall ließ er Städte seines Namens (Alexandria, Alexandreia etc.) errichten, gründete griechische Kolonien. Nach seiner Eroberung Ägyptens wurde er in der Ammon-Oase zum "Sohn des Ammon", d.h. zum Sohn des Sonnengottes geweiht.
In seinem Tross befanden sich auch Astrologen, die das Jahrhunderte zuvor aus Asien nach Griechenland gebrachte Wissen um die Sternendeutung quasi als Re-Import mit sich brachten, bereichert um neue Berechnungs- und Deutungsmethoden. Dieser hellenistische Einfluss hat die indische Astrologie stark geprägt. Ähnlichkeiten der Wortstämme in astrologischen Begriffen wie Mesouranema (griechisch), Mesurena (indisch) und Medium Coeli (lateinisch) sprechen dafür.
Die Gleichstellung von Tierkreis- und Sternzeichen ist in der Indischen Astrologie auch heutzutage noch üblich. Hingegen berücksichtigen moderne europäische Astrologen die erst 150 v.Chr. durch den Griechen Hipparch entdeckte Präzession, die Verschiebung des Fixsternhimmels (Sternzeichen) gegenüber der Ekliptik (Tierkreiszeichen).
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 20
Literatur: Stemmer 1988-O13/14, 1995-C10, Sementowski-Kurilo 1970-76f, Hoppmann
1998-152
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Demetrios Poliorketes"Städtezerstörer", Diadoche. 336 - 283/2 v.Chr.
Der Sohn des Antigonos strebte in einer gewissen Selbstüberschätzung seiner nachtpolitischen Möglichkeiten die Nachfolge Alexanders d. Gr. an. In Athen wurde er als "Retter und Befreier Athens" und als Sohn der Götter Poseidon und Aphrodite (deshalb die Hörnchen im Haar) verehrt. Man errichtete ihm eine vergoldete Statue und einen Altar auf der Agora neben den Statuen der Tyrannentöter Aristogliton und Harmodios. Um seinen Anspruch zu unterstreichen, liess er sich einen Mantel weben, der nach Plutarch (Dem. 41) mit "der Darstellung des Weltalls und der Himmelserscheinungen" geschmückt war, den aber kein anderer makedonischer Herrscher nach ihm zu tragen wagte.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 29
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ChrysippGriechischer Philosoph (um 280 - um 205 v.Chr.) aus der Reihe der Stoiker
Die Stoiker lehrten die Determiniertheit, die Vorbestimmtheit des Schicksals. Aufgrund dieser Auffassung ist die Zukunftsschau zumindest theoretisch möglich. Die Stoiker hielten alle Arten echter Mantik (Wahrsagerei wie Astrologie, Handleser, Hellseherei) für wichtig, weil sie die Existenz der Götter bewiesen, ja der Stoiker Chrysipp schloss auch umgekehrt: Wenn es Götter gibt, muss es auch ein Mantik geben.
Der Begriff der Heimarmene spielte in der Philosophie ein große Rolle. Chrysipp bezeichnete sie als "eine ewige, kontinuierliche Reihe von Ursachen".
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 140 C14
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-92f, Knappich 1988-48
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PoseidoniosSyrischer Philosoph (135 - 51 v.Chr.) und Schüler des Stoikers Panaitios
Poseidonios gehörte zu den leidenschaftlichen Verfechtern der Astrologie. Im Gegensatz zu seinem Lehrer argumentierte er, dass in dem Augenblick, in dem biologisch-physiologische Gegebenheiten als einflussgebend auf die Prägung des Menschen angesehen werden, dies letztendlich auch fürlandschaftliche, klimatische und demnach auch kosmische Vorbedingungen zu gelten habe. Poseidonios gilt somit als ein Verfechter der wissenschaftlich begründeten Philosophie. Für ihn waren die Gestirne mehr als nur Zeichen und Symbole, ihre Wirkung ist seiner Auffassung nach vielmehr physiologisch, materiell.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, NM 6142
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-92f
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Cicero Römischer Staatsmann (106 - 43 v.Chr.) und bedeutender Redner
Der junge Cicero wurde vom syrischen Philosophen Poseidonios unterrichtet. Später übersetze er die Schriften von dessen griechischen Lehrer Panaitos (180-110 v.Chr.) ins Lateinische, auch deren astrologie-kritische Passagen. Genetische und ethnologische Voraussetzungen prägen nach Meinung von Panaitos und nun auch Marcus Tullius Cicero derart entscheidend den Menschen, dass sonstige Kräfte wie auch die der Gestirne keinen nennenswerten Einfluss mehr ausüben könnten.
Als einer der gelehrtesten Astrologen seiner Zeit galt Nigidius Figulus, ein enger Freund des Cicero, der jenem bei der Aufdeckung der Catilinarischen Verschwörung half. Als der Vater des Augustus wegen der Entbindung seiner Frau verspätet in die Senatssitzung kam, in der gerade die Verschwörung des Catilina behandeln wurde, soll Nigidius ausgerufen haben "In dieser Stunde ist dem Erdkreis der Herr geboren worden" , was als Voraussage für den ruhmvollen Aufstieg des Augustus zum römischen Kaiser galt.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 401
Literatur: Knappich 1988-43/50/78/92, Sementowski-Kurilo 1970-98f, Hoppmann
1998-66/169
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Caesar Römischer Staatsmann (100 - 44 v.Chr.)
Julius Caesar studierte genau wie Cicero die Astrologie bei Poseidonios, blieb ihr auch im weiteren Leben zugeneigt. Zu seinen Freunden zählte der Historiker Marcus Terentius Varro (116-27 v.Chr.), der sich astrologische Kenntnisse im Zuge der Erforschung der griechisch-römischen Vergangenheit erwarb. Der Geschichtsschreiber Plutarch (45-125 n.Chr.) äußerte sich später über Varros Astrologiegläubigkeit in einer Weise, die auf den zu seiner Zeit hochgeschätzten Geschichtsschreiber einen Schatten der Lächerlichkeit wirft.
Caesar studierte während seiner Gallien-Feldzüge die Wetterastrologie. Seine Legionen trugen als Wappentier das Zeichen Stier, das astrologisch der Venus zugeordnet ist, von der Caesars Familie ihre Abstammung herleitete. In Bezug auf Vorzeichen und Prophezeiungen war er äußerst skeptisch , ignorierte auch die Warnung über ungünstige Gestirnskonstellationen vor den Iden des März, in denen er ermordet wurde. Ovid beschreibt in seinen "Metamorphosen", wie Venus, die Stamm-Mutter der Julier, die Seele des ermordeten Julius Caesar zum Himmel tragen wollte. Unterwegs stieg diese jedoch als flammender Stern zu den himmlischen Sphären auf - wohl in Andeutung an den im Todesjahr erschienen großen Kometen.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 398
Literatur: Knappich 1988-68,80, Sementowski-Kurilo 1970-98f
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Augustus Römischer Kaiser (63 v.Chr. - 14 n.Chr.)
Seine Regentschaft gilt als Blütezeit der Astrologie im Einsatz als politisches Machtmittel . Dem Großneffen und Adoptivsohn Caesars wurde in Apollonia vom Astrologen Theagenes die Kaiserwürde vorausgesagt. Nach Erzählungen Suetons hatte Augustus seitdem großes Vertrauen in seinen Stern, ließ später auch eine Münze mit seinem Geburtszeichen Steinbock prägen. Nach der damals gültigen (und falschen) Kalenderrechnung standen Sonne und Aszendent in diesem Zeichen. Die Kalenderreform Caesars fand erst 46 v. Chr., also nach Augustus' Geburt statt. Der Mond stand bei Augustus' Geburt auf 28° Steinbock, daher die Verwendung dieses Zeichens, auch auf der sog. Gemma Augustea des kaiserlichen Steinschneiders Dioskurides.
Der römische Schriftsteller Manilius gab Waage und Steinbock als kaiserliche Geburtszeichen an. In den letzten Jahren des Augustus verfasste Manilius das "Astronomicum" , dem Kaiser gewidmet, vielleicht sogar in dessen Auftrag geschrieben. Der Autor stellt mit "fata regunt orbem, certa stant omnia lege" seine Auffassung dar, dass das Schicksal die Welt regiert und in den himmlischen Zeichen universale Gesetzmäßigkeiten zum Ausdruck kommen. Im zweiten Band seines Werks distanziert sich Manilius von den populären römischen Vulgärastrologen, die auch immer wieder Todesprognosen auf Augustus veröffentlichten. Ein kaiserliches Edikt verbot im Jahre 11 n. Chr. astrologische Prophezeiungen über Lebensdauer und Tod hochrangiger Persönlichkeiten. Um zu beweisen, wie unrecht die politischen Astrologen hätten, ließ Kaiser Augustus sogar sein eigenes Horoskop öffentlich bekannt machen.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 20/38
Literatur: Knappich 1988-80f, Sementowski-Kurilo 1970-102f
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TiberiusRömischer Kaiser (42 v.Chr. - 37 n.Chr.)
Ihm wurde die Kaiserwürde vom Astrologen Scribonianus prophezeit, obwohl Rom damals noch Republik war. Nach einigen erfolgreichen Feldzügen zog er sich freiwillig vom öffentlichen Leben zurück und verbrachte 7 Jahre auf Rhodos, wo er Griechisch lernte, viele Kurse der damals hochangesehenen Akademie besuchte und auch den gelehrten Astrologen Thrasyllus kennenlernte, der ihn in die Astrologie einführte und langjähriger Freund und Berater des Kaisers wurde.
Thrasyllus erwarb das römische Bürgerrecht, heiratete die Tochter des Königs Antiochus III. von Kommagene und zeugte Balbillus, der unter den Kaisern Claudius und Nero als Hofastrologe arbeitete.
Tiberius verbot einerseits die öffentliche Ausübung der Astrologie, benutzte sie andererseits selbst, teilweise auf skrupellose Weise: Potentielle Konkurrenten, in deren Horoskop sein Astrologe Thrasyllus kaiserliche Gestirnskonstellationen sah, ließ er beizeiten ermorden.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 30
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-84f
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Caligula Römischer Kaiser (12 - 41 n.Chr.)
Caligula war von seiner Gottähnlichkeit so überzeugt, dass er sich über astrologische Prognosen erhaben fühlte. Dennoch bestrafte er den Astrologen Apollonius, der eine ungünstige Prognose über den Kaiser veröffentlicht hatte. Als die ungünstigen Anzeichen sich vermehrten, liess er sich vom Astrologen Sulla das Horoskop deuten. Caligulas Größenwahn ging so weit, dass er sein Bild im Tempel von Jerusalem aufstellen lassen wollte und somit eine Rebellion der Juden in Palästina und Alexandria heraufbeschwor.
Zu Caligulas Zeiten lebte der berühmte Astrologe Dorotheos von Sidon, aus dessen verschollenem Lehrbuch "Pentateuchos" antike Astrologen wie Antiochus, Manetho, Firmicus und Hephaestion zitierten.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 38
Literatur: Knappich 1988-67
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ClaudiusRömischer Kaiser (10 v.Chr. - 54 n.Chr.)
Claudius kannte den Astrologen Balbillus schon seit seiner Jugendzeit. Bei der Thronbesteigung des Claudius stand Balbillus einer Deputation aus Alexandria vor, später begleitet er den Kaiser im Feldzug gegen Britannien, kam als Protokollchef ins kaiserliche Kabinett.
Balbillus intervenierte auch bei der Kaiserin Agrippina, die ihren alternden Gatten überredete, ihren Sohn aus erster Ehe (Nero) zu adoptieren. Die Astrologen, die Agrippina über Neros Horoskop befragte hatte, sagten, er werde zur Macht gelangen, aber seine eigene Mutter töten. Darauf soll - wie Tacitus berichtet - Agrippina gesagt haben "Occidat, dum imperet - Möge er immer töten, wenn er nur herrsche!"
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 40
Literatur: Knappich 1970-88f
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SenecaRömischer Schriftsteller (7 v.Chr. - 65 n.Chr.)
Seneca gelangte als Senator und Advokat in Rom zu hohem Ruhm, wurde von Claudius nach Korsika verbannt und auf Betreiben der Kaiserin Agrippina als Erzieher des Prinzen Nero wieder nach Rom geholt. Auch nach seinem Regierungsantritt ließ Nero sich von ihm zuerst beraten, allerdings nur bi s zu Ermordung seiner Mutter.
Fälschlich der Teilnahme an einer Verschwörung beschuldigt, wurde Seneca von Nero zum Selbstmord gezwungen. Wenige Jahre zuvor erschienen zwei große Kometen, die Kaiser und Volk als böse Omen erschienen. Fraglich ist, ob - wie Sueton berichtet - Nero vom Astrologen Balbillus den verderblichen Rat bekam, durch Hinrichtung einer ausgezeichneten Person das eigene Unheil abzuwenden. Balbillus schrieb zwischen 60 und 64 die "Astrologumena", ein Werk über astrologische Prognose. Im Alter ging er nach Alexandria und schließlich nach Ephesos, gab dort zu Ehren des Kaisers Feste, die Balbilleia.
Seneca soll sich über die Auswüchse der zeitgenössischen Astrologie gelegentlich ironisch geäußert haben. Zugleich führt er in seinem Lehrbuch "Naturalium Quaestionum" eine Reihe von Deutungen der Gestirnskonstellationen auf, die er vom griechischen Astrologen Berossos (4./3. Jh. v. Chr.) übernommen hatte. Seneca unternahm den Versuch, mit der Sternendeutung weltanschauliche Ideen zu verbinden, die Grundlagen einer astrologischen Ethik zu legen.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 143
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-113f, Knappich 1970-88f
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NeroRömischer Kaiser (37 - 68)
Er war ein astrologiegläubiger Adoptivsohn des Claudius und Schüler Senecas. Das im Tempel von Dendera in Ägypten gefundene Horoskop könnte auf seine Initiative hin entstanden sein. Es lässt Deutungen zu, die weitgehend mit seinem Charakter und seinem Schicksal übereinstimmen. Wahrscheinlich sind Urheber dieses Horoskops Priester gewesen, die mit Vorsatz ein Datum gewählt haben, das auf den Kaiser passte. Ebenso möglich ist, dass es sich um kein Geburts-, sondern um ein Empfängnishoroskop handelt, das nach dem mutmaßlichen Tag der Konzeption auf Grund von Mondstellungen von Neros Geburtshoroskop berechnet wurde.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 47
Literatur: Knappich 1988-88f, Hoppmann 1998-174/178
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VespasianRömischer Kaiser(9 - 79)
Vespasian ließ in Rom den zerstörten Jupiter-Tempel wieder aufbauen, war generell auf eine Wiederherstellung der Ordnung und des Staatshaushaltes bemüht. Er war, wie Sueton sagt, über sein und der Seinigen in den Sternen geschriebenes Geschick so ruhig und sicher, dass er trotz mancher Verschwörung den Senat beruhigen konnte und selbst die üblichen Vorsichtsmaßregeln bei Audienzen abschaffte. Mit dem Astrologen Seleukos zeigte er sich öffentlich, gleichwohl erneuerte er das Edikt des Tiberius über die Ausweisung der Astrologen.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 53
Literatur: Knappich 1988-92
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TitusRömischer Kaiser(39 - 81)
Der astrologiekundige Titus sah sich aufgrund seines Horoskops bereits als Jugendlicher zum Kaiser bestimmt und ermahnte selbst die Verschwörer, von ihrem zwecklosen Vorhaben abzustehen, da ihm der Thron vom Schicksal verliehen sei.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII
Literatur: Knappich 1988-92
119 |
DomitianRömischer Kaiser(51 - 96)
Domitian ließ auf dem römischen Kapitol den Jupitertempel erneuern. Sein Auftreten als Gottkönig (Dominus) erregte Unwillen. Eine aufgrund seines Horoskops schon zu Jugendzeiten veröffentlichte Todesprognose erfüllte ihn mit großen Ängsten und machte ihn zum Feind der Astrologie. Nach Sueton ließ er den Astrologen Askletarion enthaupten. Am Tage vor dem prophezeiten Unglückstag soll Domitian zu seinen Leuten gesagt haben: "Am nächstfolgenden Tag wird sich der Mond im Wassermann mit Blut beflecken und eine Tat geschehen, von der die Menschen auf dem ganzen Erdkreis reden". Später erlag er einer Verschwörung, an der sich auch seine Frau beteiligte.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 60
Literatur: Knappich 1988-92f , Hoppmann 1998-32
120 |
TrajanRömischer Kaiser(53 - 117)
Der mit einer "kaiserlichen Nativität" (Geburtshoroskop mit astrologischen Indikatoren für den Aufstieg zu höchster Macht) ausgestattete Kaiser Nerva ernannte noch zu Lebzeiten seinen erfolgreichen Heerführer Ulpius Trajanus zum Mitregenten. Trajan wiederum verlobte den jungen Heerführer Hadrianus, dessen astrologische Neigungen ihm wohlbekannt waren, mit seiner Enkelin und adoptierte ihn.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 70
Literatur: Knappich 1988-93f, Stemmer 1988-A2
121 |
HadrianRömischer Kaiser(53 - 137)
Hadrian gilt als der "Astrologe auf dem Kaiserthron". Sein Horoskop nebst einer vier Seiten langen Beschreibung ist erhalten geblieben. Der Astrologe Hephaestion von Theben hat die von Antigonos von Nicea erstellte Nativität aufbewahrt.
Zu dem aus Künstlern und Gelehrten gebildeten Freundeskreis des Kaisers gehörte auch die Dichterin und Astrologin Julia Balbilla, die Enkelin des römischen Hofastrologen Balbillus, Sohn des einst unter Augustus wirkenden Hofastrologen Thrasyllus.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 75
Literatur: Knappich 1988-94, Stemmer 1988-A3 und 1995 C17, Hoppmann 1998-178
122 |
AntinoosJüngling aus Bithynien († 130)
Als der Liebling des römischen Kaisers Hadrian 130 n.Chr. in en Fluten des Nil ertrank, ließ Hadrian ihn göttlich verehren, Festspiele feiern. In einem zu jener Zeit am Himmel sichtbar werdenden Fixstern glaubte er seinen Liebling wiederzuerkennen. Der Astronom und Astrologe Ptolemaeus gab dann wirklich einem Sternbild südlich des Adlers den Namen Antinoos.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 315
Literatur: Knappich 1988-94, Stemmer 1988-D31
123 |
Antoninus PiusRömischer Kaiser (138 - 161)
Antoninus wurde vom astrologiegläubigen und -kundigen Kaisers Hadrian adoptiert und aufggrund seines Horoskops zum Nachfolger erklärt.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 86
Literatur: Knappich 1988-95, Stemmer 1988-A5
124 |
Marc Aurel Römischer Kaiser (138 - 161)
Während der Regentschaft dieses Kaisers (161 bis 180 n.Chr.) schrieb der in Alexandria lebende Grieche Ptolemaeus das vierbändige Gestirnskundebuch Tetrabiblos.
Mars Aurel selbst vertrat einen gemäßigten Stoizismus, wie ihn damals der griechische Philosoph Epiktet lehrte. Statt der mechanisch-blinden Naturnotwendigkeit nahm er eine dem Menschen wohlwollende Vorsehung an, die schon weiß, was man tut. Man soll "derlei Schickungen so hinnehmen, wie die Mittel, die ein Arzt verordnet, schmecken sie manchmal bitter, so sind sie uns doch in der Hoffnung auf Genesung willkommen", sagte er in seinen Selbstbetrachtungen (5.8.).
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 118
Literatur: Knappich 1988-95/96, Stemmer 1988-A7
125 |
Ptolemaios I.Ägyptischer König (ca. 340-280 v.Chr.)
Um 100 n.Chr. lebte in Alexandria der Astrologe, Astronom und Kartograph Claudius Ptolemaeus. In mittelalterlichen Flugblättern wird er oft als König dargestellt - eine Verwechslung mit dem gleichnamigen ägyptischen König.
Claudius Ptolemaeus nahm an, dass die Erde im Mittelpunkt der Welt ruhe und von 7 Planeten, zu denen auch Sonne und Mond gehören, umkreist werde. Unter Zugrundelegung passend gewählter exzentrischer und epizyklischer Kreisbewegungen berechnete er die scheinbaren Bahnen der Gestirne.
Tetrabiblos, das grundlegende astronomische und astrologische Werk des Ptolemaeus, blieb über 1.500 Jahre Standardwerk der Astrologen, wurde noch im 16. Jahrhundert vom evangelischen Theologen und Astrologen Melanchthon erneut aus dem Griechischen ins Lateinische übersetzt und wurde später im Corpus Reformatoricum, dem Ende des 19. Jahrhundert herausgegeben Standardwerk der evangelischen Kirche, vollständig abgedruckt.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VII 20
Literatur: Sementowski-Kurilo 1970-117f, Hoppmann 1998-31f
126 |
Julia DomnaFrau eines römischen Kaisers (um 167 - 210)
Als Tochter des Oberpriesters des Sonnengottes Heliogabal in Emesa scharte die Ehefrau von Kaiser Septimius Severus und Mutter des Kaisers Caracalla einen Kreis von Astrologen um sich. Sie verkehrte mit Philosophen und Gelehrten und förderte Kunst und Wissenschaft. Nach Ermordung Ihres Sohnes Caracalla beging sie Selbstmord.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, C 26
Literatur: Knappich 1988-99, Sementowski-Kurilo 1970-125, Stemmer 1988-C26
127 |
Septimius SeverusRömischer Kaiser (146 - 211)
Septimius Severus (193 bis196) heiratete Julia Domna aufgrund des Horoskops und errichtete das den sieben Lichtern und Planeten bzw. sieben Gestirnsgöttern geweihte Septizonium in Rom am Abhang des Palatin.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 155
Literatur: Knappich 1988-99, Sementowski-Kurilo 1970-125f, Stemmer 1988-C25
128 |
CaracallaRömischer Kaiser (176 - 217)
Als Kaiser (212 bis 217) zog Caracalla astrologischen Rat auch bei der Gesetzgebung heran. Er tötete seinen Bruder und Mitherrscher Geta aufgrund des Horoskops.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, VIII 162
Literatur: Knappich 1988-99, Sementowski-Kurilo 1970-126f, Stemmer 1988-C28/29
129 |
Alexander Severus Römischer Kaiser (208 - 235)
Dieser römische Kaiser (225 bis 226) plante in Rom eine staatliche Lehranstalt für Astrologie.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, C 37
Literatur: Knappich 1988-100f, Stemmer 1988-C37
130 |
Philippus ArabsRömischer Kaiser (210 - 249)
Philippus Arabs, Kaiser von 244 bis 249, lies vom 12. bis 24. April 248 mit großem Prunk das MILLENNIUM feiern, das tausendjährige Bestehen des Römischen Reichs bzw. der Stadt Rom.
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, IV 12
131 |
Friedrich II.Stauferkaiser (1194-1250)
An seinen Hof in Palermo zog Friedrich II. viele arabische und christliche Gelehrte und Sterndeuter, beispielsweise Michael Scotus. In Schottland geboren hatte jener in Oxford und Toledo studiert, schrieb auf Veranlassung Friedrichs II. mehrere astrologische Werke, in denen er betonte, dass die Sterne lediglich Anzeichen geben, nichts bewirken können. Auch der 1223 in Cascia bei Florenz geborene Astrologe Guido Bonatti fand die Gunst Kaiser Friedrichs II.
Dante wird manchmal als Feind der Astrologie bezeichnet, weil er in seinen Dichtungen Scotto und Bonatti in die Hölle versetzt habe. Tatsächlich aber gab Dante im "Convivio" ein vollständiges System der Astrologie. Auch kann die Göttliche Komödie als vollendetes Werk der Astrologie gesehen werden (Rosenberg). In Anlehnung an Dante veröffentlicht der schweizerische Astrologe C.F. Frey Ende 1999 "ein modernes Astrologiebuch namens "Dantes Inferno".
Abguss-Sammlung Antiker Plastik, Berlin, X3
Literatur: Knappich 1988-165/242, Sementowski-Kurilo 1970-183f, Hoppmann 1998-34
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Evangelischer Reformator (1483/1484? - 1546)
Zur Reformationszeit war das Horoskop des großen deutschen Reformators ein Politikum. Ließ sich aus ihm ablesen, dass er der neue Messias sei, oder war er vielmehr des Teufels? Galten Datum und Uhrzeit seiner Geburt anfangs noch als gesichert, so konnte sich seine Mutter auf einmal nicht mehr genau erinnern, und sogar über das Geburtsjahr herrschte Uneinigkeit. Melanchthon und Carion berechneten seine Constellatio.
Staatl. Gipsformerei Berlin
Literatur: Hoppmann 1997-49, Hoppmann 1998
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MelanchthonEvangelischer Theologe, Professor des Griechischen und Latein (1497 - 1560)
Der Mentor Luthers machte an der Universität Wittenberg die Astrologie zum regulären Lehrfach und orientierte sich hierbei an den Werken des Claudius Ptolemaeus.
Leihgeber: Bildhauerin Almut Heer, Hamburg
Vita der Künstlerin: 1956 geboren in Eutin, 1976-80 Studium der Malerei und
Bildhauerei in Hamburg bei Prof. Kai Sudeck und Prof. Ulrich Rückriem, 1980-84
Studium der Bildhauerei in Berlin/Hardenbergstrasse bei Prof. Lothar Fischer,
Meisterschülerin, 1978/87 Tätigkeit für das Deutsche Archäologische Institut
in Pergamon/Türkei als Zeichnerin und Bildhauerin, 1990 Auftrag für die
Erstellung von Modellen zu 2 Figuren als Dachbekrönung der Handelskammer
Hamburg, 1991-93 Stipendium "Die Zwölf", Verein zur Förderung junger
bildender Künstler e.V. , Hamburg, 1993 Realisation eines Freskos für
den Altarraum der Paul-Gerhardt-Kirche in
Hamburg-Wilstorf (technische Leitung: Volker Lang), Gestaltung des Kreuzes, 1995
Realisation des 6-teiligen Sandsteinfrieses für den Eingang des
U-Bahnhofs Dehnhaide, Hamburg, 1997-98 Erster Preis des Wettbewerbs für das
Peace Sculpture Project Duluth, Minnesota (im Team mit Carla Stetson):
USA-Aufenthalte zur Durchführung des Projekts, 1999 Bildhauersymposium in
Südkorea.
Ausstellungen (Auswahl): 1990 "Köpfe" Galerie BASTA, Hamburg
(Einzelausstellung), Kunstforum Nord III, Salzau (Gruppenausstellung),
1994 "Wandstücke" (Relief/Intarsie) Galerie BASTA Hamburg
(Einzelausstellung), Hamburger Architektursommer Handwerkskammer Hamburg
(Gruppenausstellung), 1995 "Skulptur und Gesicht" Hans Kock
Stiftung Seekamp Kiel (Einzelausstellung), "Das Bild - Eine
Randnotiz", Kunst-
haus Hamburg (Gruppenausstellung), 1996 "Kostbar und Köstlich"
Kunsthaus Hamburg (Gruppenausstellung), 1999 "Die Zwölf" Techniker
Kasse Hamburg, "Hundert Hamburger Künstler" in der Speicherstadt
Hamburg, geplant sind Ausstellung in u.a. in der Hamburger Börse und in
Botanischen Garten Kiel.
Literatur: Hoppmann 1997-8f, Hoppmann 1998
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Dichter (1749 - 1832)
Seine Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ beginnt mit einer Horoskopdeutung für den 28. August 1749 um 11.55 in Frankfurt. Astrologische Elemente finden sich u.a. in seinem Faust-Epos, dessen historische Quellen sich u.a. bis auf Melanchthon und Carion zurückverfolgen lassen.
Staatl. Gipsformerei Berlin
Literatur: Hoppmann 1998-194
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Dichter (1759 - 1805)
Friedrich Schiller schrieb bei Recherchen für seinen "Wallenstein" an Johann Wolfgang von Goethe: "Wie war der Gestirnsglaube des Feldherrn zu verstehen, warum hörte er so stark auf die Ratschläge seines italienischen Astrologen Zenno (=Seni) und die Deutungen Keplers? "
Die Antwort Goethes aus Weimar lautete: "Der
astrologische Aberglaube ruht auf dem dunklen Gefühl eines ungeheuren
Weltganzen. Die Erfahrung spricht, dass die nächsten Gestirne einen
entschiedenen Einfluss auf Witterung, Vegetation etc. haben; man darf nur
stufenweise immer aufwärts steigen, und es lässt sich nicht sagen, wo die
Wirkung aufhört.
Findet doch der Astronom überall Störungen eines Gestirns durchs andere. Ist
doch der Philosoph geneigt, eine Wirkung auf das Entfernteste anzunehmen. So
darf der Mensch im Vorgefühl seiner selbst nur immer etwas weiter schreiten und
diese Entwicklung aufs Sittliche, auf Glück und Unglück ausdehnen. Diesen und
ähnlichen Wahn möchte ich nicht einmal Aberglauben nennen, er liegt unserer
Natur so nahe, ist so leidlich und lässlich als irgendein Glaube".
Staatl. Gipsformerei Berlin
Literatur: Hoppmann 1998-194