oder die Suche nach der perfekten Familie
Treatment für einen Kurzfilm
von
Jürgen G. H. Hoppmann
Ein Tag im Leben eines jungen
Mannes, der eine WG sucht. 'On the road', d.h. zuerst im Hotelzimmer, dann
im Zeitungsladen, mit dem Auto durch die Stadt, wertet er die WG-Angebote
aus. Das Handy ist dabei, unterbricht und verbindet die Episoden. Doch
was er auch probiert, wie rücksichtsvoll oder rücksichtslos er
auch immer vorgeht - es will einfach nicht klappen. Mal bricht er in einen
Streit herein, er kann die sexuellen Präferenzen, die politischen
und öko- esoterisch- spirituellen Wünsche der WG-ler nicht erfüllen...
Leseprobe:
SEBASTIAN: Ich finde ein Wohngemeinschaft. Bestimmt.
MAMA: Nie, nie, wer will dich schon haben außer mir.
SEBASTIAN: Und wenn doch, und wenn doch? Bis heute Abend habe ich eine - und dann zahlst du die Miete und die Studiengebühr.
MAMA: Pah! Da könnten wir wetten. Das klappt nimmer. Deine Freundinnen blieben auch nie lange. Dich will keiner habe - außer deine Mama.
SEBASTIAN: Wetten wir! Wenn ich bis heute Abend eine WG habe, darf ich Kunstgeschichte studieren und du zahlst die Miete etcetera.
MAMA: Nie findest du eine, nie.
SEBASTIAN: Wetten.
Weiterhin Motorgeräusch.
MAMA: Gut, einverstanden. Aber wenn du keine findest, dann arbeitest du hier bei mir im Büro: Buchhaltung, Hausverwaltung, Immobilien?
SEBASTIAN: Und wenn ich eine finde, dann darf ich auch den Rover behalten?
MAMA: Meinetwegen.
SEBASTIAN: Und Kunstgeschichte studieren.
MAMA: Auch gut.
SEBASTIAN: Und monatlich 1000 Mark Unterhalt.
MAMA: Auch gut.
SEBASTIAN: Top, die Wette gilt.
MAMA: Und wenn dich bis heute Abend niemand haben will, dann kommst du zurück zu deiner Mama.
SEBASTIAN: In dem Zimmer, in dem ich das nächste Mal übernachte, werde ich auf Dauer bleiben. Versprochen.
MAMA: Schwöre, bei der Seele deines seeligen Papa.
SEBASTIAN: Ich schwöre.
MAMA: Nun denn - vergisst die Butterbrote nicht.
Motorgeheule, Gehupe.